Botanische Kunstwerke entstehen immer lange vor dem Gießen des Harzes. Sie beginnen mit einem Spaziergang, einer Erinnerung, einem Augenblick, in dem eine Blume unsere Aufmerksamkeit fesselt und uns nicht mehr loslässt. Manche Blumen sprechen durch ihre Form, andere durch ihre Textur, und viele besitzen einfach eine Zartheit, die wir für immer bewahren möchten.
Bei der Auswahl unserer Pflanzen achten wir auf jene, die eine Emotion in sich tragen – zarte Vergissmeinnicht, weiche Steinkrautbüschel, Mooszweige, die Struktur der Heide. Jedes natürliche Element hat seinen eigenen Charakter. Manche sind zerbrechlich, manche kräftig, manche auf die beste Art eigensinnig. Wir bereiten sie behutsam vor, im Wissen, dass das Harz bewahrt, was die Zeit sonst auslöschen würde.

Das Gießen erfolgt langsam und sorgfältig. Jede Blüte und jedes Moosstück wird von Hand platziert, wobei kleine Korrekturen vorgenommen werden, bis die Komposition stimmig wirkt. Sobald das Harz ausgehärtet ist, kehrt Stille im Atelier ein – es bleibt nichts weiter zu tun als zu warten, während die kleinen Welten Gestalt annehmen.
Nach dem Aushärten lösen wir jedes Stück aus der Form. Dieser Moment hat immer etwas Magisches. Die botanischen Details werden fixiert, stehen still und bleiben erhalten, und wir beginnen mit dem Schleifen und Polieren, bis die Oberfläche glatt und klar ist.
Botanische Designs erinnern uns daran, dass die Natur sich Zeit lässt, und wir uns auch. Jedes Stück trägt ein Stück der Welt außerhalb unseres Ateliers in sich – etwas Zartes, Bewahrtes, das man nah am Körper tragen möchte.
